Die „Alte Kirche“ in Wellinghofen

Da unser Hörde ja eigentlich von den Wellinghofern; "die ersten Hörder waren Wellinghofer, die auf Geheiß des Grafen von der Mark umsiedelten" gegründet wurde und wir doch alle irgendwie immer noch in der gleichen Gemarkung leben ...

Ungefähr in der Mitte des neunten Jahrhunderts (Spätkarolingische Zeit) wurde die Kirche vermutlich als Eigenkirche auf einem Hof gegründet.

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Im Jahre 1977 wurden bei Umbauarbeiten in der Kirche Fundamentreste eines einfachen Saalbaus mit rechteckigem Chorabschluss gefunden, die Breite der Wandfundamente lag zwischen 65 und 70 Zentimetern. Anfänglich stand nur ein kleiner Saalbau mit rechteckigem Chorabschluss (mit dem heutigen Mittelschiff identisch), noch ohne Turm. Der Gründer könnte ein weltlicher Grundherr, mit Beziehungen zum Kloster Münstereifel, gewesen sein. Sie war den römischen Märtyrern des 3. Jh. Chrysantus und Daria geweiht. Viele Jahre später entwickelte sich aus dem Eigenkirchenrecht das Patronatsrecht „das Recht der Besetzung einer Pfarrstelle“ welches mit Einschränkungen bis zum heutigen Tage gilt und von den Freiherrn von Romberg im Wechsel mit den Fürsten zu Bentheim-Tecklenburg wahrgenommen wird. Dieser erste Kirchbau ist, vermutlich im 12. Jahrhundert unmittelbar vor Errichtung der neuen Kirche, vollständig bei einer Brandkatastrophe abgebrannt. Ende des 12. Jh. (Romanische Zeit) erfolgte der Neubau der Kirche als Kreuzsaalkirche, das Langhaus entsprach dabei dem heutigen Mittelschiff. Aus dieser Zeit, 1150, stammt auch der Taufstein, das Volumen deutet auf die früher geübte Praxis der Ganztaufe hin.

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Die Chorapsis (Apsis, altgriechisch für „Gewölbe“ ist ein im Grundriss halbkreisförmiger selten rechteckiger oder quadratischer Raumteil, der an einen Hauptraum anschließt und meist von einer Halbkuppel überwölbt wird -Wikepedia) nahm ca. 1/3 vom heutigen Chorraum ein. Kurz nach Errichtung des Kreuzsaals erfolgte dann auch der Bau des Westturms.

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Die anschließende  Ausmalung der Kirche erfolgte auch in romanischer Zeit. Wie in der romanischen Zeit üblich, erhielt der Kirchenraum eine rein ornamentale Ausmalung. Die Maler seinerzeit waren nicht Künstler in unserem Sinne sondern Handwerker. Außer dem Kalkanstrich beherrschten diese Handwerker auch die Ornamentmalerei, allerdings kaum mehr. Im Mittelschiff fallen dem Besucher die Ornamentbänder mit Lilien und Sternen ins Auge. Sie sind als Hinweise auf das ewige Leben im Paradies bzw. das Reich Gottes zu deuten. Figürliche Darstellungen blieben wie in romanischer Zeit üblich der Chorapsis vorbehalten. Dort am nördlichen Chorpfeiler hat wurde noch eine Apostelfigur mit Nimbus erhalten. Wahrscheinlich war in der Apsis ursprünglich Christus als Weltenherrscher, thronend und flankiert von der Muttergottes und Johannes dem Täufer dargestellt. Die äußeren Plätze in der Apsiswölbung nahmen vermutlich Chrysanthus und Daria ein, die Schutzheilige der Kirche. In romanischer Zeit erfolgte auch die Eingliederung in den Pfarrverband der Dortmunder Reinoldikirche. Im 14. Jh. (Gotische Zeit) fand die Erweiterung der Kreuzsaalkirche zu einer Hallenkirche statt. Somit wurden die Querhäuser zu Seitenschiffen verlängert und  das nördliche Seitenschiff gleichzeitig verbreitert. Außerdem wurde ein gotisches Sakramentshaus ein- und eine Sakristei angebaut. Nun bekam die Kirche auch anstatt der kleinen romanischen Fenster große gotische Fenster. Eine neugotische Erweiterung fand zwischen 1903 und 1907 statt, hierbei handelte es sich um den Neubau des Chors in neugotischer Form und eine Erweiterung um die Hälfte. Statt des reformierten Tisches wurde nun ein Altar eingebaut und an der südöstlichen Seite ein weiterer Raum angebaut, die heutige Sakristei.

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Außerdem bekam die Kirche eine Empore und die Orgel wurde vom Turm, wo sie auf einer Holzkonstruktion unter dem Gewölbe stand, in die Empore versetzt. Die beiden seitlichen Eingänge im Kirchenraum wurden nun durch einen zentralen Eingang durch den Turmraum in der Längsachse der Kirche ersetzt. Etwas ganz besonderes ist die Orgel der Kirche, geplant und erbaut für 320 Taler um 1709, von Johann Georg Alberti, Kantor an Reinoldi und Orgelbauer führte die von der reformierten Gemeinde finanzierte Orgel zu Konflikten mit den Lutheranern. Auf Anordnung des damaligen Großen Kurfürsten durften/sollten die Lutheraner die Kirche mitbenutzen. Also einigte man sich 1713 darauf, dass die Lutheraner die Hälfte des Anschaffungspreises aufbringen mussten. Im Jahr 2003 wurde der Zustand der Orgel durch die Bonner Orgelbauer Johannes Klais Orgelbau analysiert. 117 Pfeifen stammten noch von der ursprünglichen Alberti-Orgel, sind zum Teil aber verändert worden. 95 Pfeifen stammen vom Umbau durch Carl Herbst aus dem Jahre 1858. Der größte Teil, 576 Pfeifen stammen von den Arbeiten am Register, die Arbeit Willi Peters von 1951. Weitere 81 Pfeifen sind aus dem Ersatz der beschädigten Pedalregister durch die Firma Steinmann von 1972. Eine Besonderheit der Kirche sind auch die Fenster, das Altarkreuz, der Altarleuchter und der Fürbittleuchter. Die Fenster wurden von Wilhelm Buschulte, der sie in den Farben bewusst zurücknahm um die sensible Farbigkeit der mittelalterlichen Ausmalung nicht zu übertönen oder zu stören, gebaut. 2012 schmiedete Pater Abraham Fischer, Leiter der Schmiede der Abtei Königsmünster in Meschede, aus Edelstahl ein modernes Altarkreuz, dazu passende Altarleuchter und einen Fürbittleuchter. Durch den  Fürbittleuchter, der in der südlichen Seitenapsis aufgestellt wurde, bekam die Alte Kirche jetzt einen Lichtort, an dem für das persönliche Gebet Kerzen entzündet werden können.

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Die noch auf dem Kirchengelände stehenden Grabsteine stammen aus der Zeit von 1646-1750 von Mitgliedern der Familie Romberg.

Natürlich ist eine so Geschichtsträchtige Kirche als Baudenkmal in die Denkmalliste der Stadt Dortmund eingetragen.

INFO

An jedem letzten Sonntag im Monat ist die Alte Kirche von 15-17 Uhr geöffnet. Mitglieder des Arbeitskreises „Offene Kirche“ sind vor Ort und bieten jeweils um 16 Uhr eine Führung an.

 

Jürgen

Jürgen

Beamter, Redakteur, Fotojournalist, Fotograf und Hörder bei Augen-Blicke Photos by J. Hüsmert
... mmhhhh über mir? Also es könnte evtl. wat längeres werden. 1957 geboren, naja Schule und sowat isja klar woll? Mit 6 vonne Elterns die erste Knipse bekommen, Plastik - im VW-Käfer hinten gelegen, am Strand - Nordsee - war sehr warm - also geschmolzen. Aber die paar Tage hatten gereicht um den Virus in meinen Kopp einzubringen. Jahre später kam ich in die Ausbildung, erstes Geld - gespart und dann nach Foto Porst - meine erste Spiegelreflex gekauft. Und ab die Post - knipseknipseknipse. War aber nicht so dolle und deshalb kam dann irgendwann eine "Yashica FR I". Die Jahre vergingen, Autos waren mir sehr wichtig, nee sind'se heute noch - nur nicht mehr soviel Hubraum - Frauen kamen und gingen, eine blieb hängen - ist immer noch da und das schon seit 1987 mit Ring. Tochter kam 1992 dazu und ich habe immer irgendwie geknipst. Bis Ende 2010, da habe ich mir die erste digitale Spiegelreflex zugelegt, eine SONY alpha 550 kurz danach ein Modellwechsel zu a77 und dann zur a99 Vollformat. Als BackUp die a6000, da die a57 nun meine Tochter nutzt. Reichlich Gläser und Kleinkram dazu. Und heute nehme ich mir viel Zeit bevor eine Aufnahme entsteht und das nennt man dann "Fotografieren", hinstellen durch den Sucher schauen und auslösen nennt man "knipsen". Dieses Hobby betreibe ich nun seit über 50 Jahren, mit kleineren und auch größeren Pausen und hin und wieder gehe ich mal angeln - so um mal etwas zu "chillen" - ein Scheißwort ist das als Umschreibung für das gute deutsche ausruhen!!!! Beruflich bin ich, nachdem ich zwei Ausbildungen als Großhandels- und EDV-Kaufmann hinter mich gebracht habe, mal verbeamtet worden. Auch so ein Krampfausdruck. Wenn alles gut geht gehe ich 09/2020 "vorzeitig" in Pension und dann rockt endlich wieder der Bär. Hoffentlich!!!!! Nebenberuf habe ich ganz vergessen; weil ich doch irgendwie mein Hobby das Fotografieren bezahlen musste habe ich einen Nebenjob angenommen und arbeite als freier Fotojournalist, u. a. für ein Dortmunder Regionalmagazin. Ich habe dabei einen Riesenspaß und bekomme den auch noch bezahlt. Wenn ich nicht schon, altersmäßig so Fortgeschritten wäre würde ich doch glatt noch umsatteln. So, nun wißt ihr ein wenig (ist doch länger geworden) über mich.

Ich komm aussem Pott, dat is da woste die Meinung mitten im Gesicht geklatscht krist.
Jürgen

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