Kirchen im Dortmunder Süden „St. Peter zu Syburg“

In unmittelbarer Nähe zur Ruine der Hohensyburg, dem Ort, an dem Kaiser Karl der Große die Sachsen siegreich schlug, liegt St. Peter zu Syburg.

 

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In unmittelbarer Nähe zur Ruine der Hohensyburg, dem Ort, an dem Kaiser Karl der Große die Sachsen siegreich schlug, liegt St. Peter zu Syburg.

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Auf einem Felsenvorsprung, hoch über dem Zusammenfluss von Ruhr und Lenne gelegen, zeichnet sich die aus Ruhrsandstein erbaute Kirche bis heute als weithin sichtbare Landmarke aus. Bereits775 im Zuge der Christianisierung eroberte Karl der Große das strategisch bedeutsame Areal die sachsische Wallburg „Sigiburg“, bekannt als die „Hohensyburg“.

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Erstmalig urkundlich erwähnt eben zu dieser Zeit, im Jahr 776 und 799 anlässlich der Besuche Papst Leos III, auf seinem Weg nach oder von Paderborn. Eine Behauptung,  er habe bei diesem Besuch die Kirche geweiht, scheint sehr unwahrscheinlich, da sie zu der Zeit bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten bestanden haben soll.

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Ein wenig erhöht, inmitten eines ummauerten historischen Friedhofes liegt die weit über das Stadtgebiet hinaus bekannte Kirche St. Peter. Der heutige Kirchenbau wird auf die Mitte des 12. Jahrhunderts datiert. Seinerzeit wurde die Kirche als flachgedeckter Saalbau mit Wehrcharakter errichtet und bereits im 13. Jahrhundert um den Westturm erweitert. Gedrungen und wehrhaft zeigt sich der Turm, er zeugt davon, dass St. Peter eine Kirchentrutzburg war. Unter dem Dach hängen drei Bronzeglocken, die Kleinste, 1681 gegossen erklingt in b‘, ist eine Leihglocke aus Pommern. Die Mittlere entstand im Jahr 1584 und erklingt in a‘, die größte der drei Glocken, ursprünglich 1850 gegossen, wurde im Zweiten Weltkrieg vernichtet. 1961 wurde diese durch  eine neue Glocke in g ersetzt. Der Wehrturm, fast so breit wie das Langhaus, mit einem rundbogigen Stufenportal und frühgotischen Kapitellen als Eingang hat bis heute allen feindlichen Angriffen getrotzt, auch dem Luftangriff von 1945.

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Die Kapitelle am Eingang sind auf der linken Seite stark verwittert, aber die Kapitelle außen rechts zeigen die Form einer Palme und einer Palmette.

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Der Innenraum besteht aus einem flachgedeckten Saal mit gotischem Chor aus dem 15. Jahrhundert. Die Kirche ist umgeben von dem zugehörigen Friedhof. Auf diesem anscheinend ältesten Totenhof im Ruhrgebiet finden sich Grabsteine aus dem neunten Jahrhundert, viele zweit- und drittgenutzte Grabsteine lassen auf eine über 1000-jährige Nutzung schließen. In St. Peter selbst werden ein merowingischer Grabstein und zwei karolingische Grabsteine aufbewahrt, ebenso wie ein frühromanischer ca. 1000 Jahre alter Taufstein der der Erwachsenentaufe diente.Ursprünglich aus der Bartholomäus-Kirche in Lütgendortmund stammend, wurde der Taufstein nach dem Krieg aus dem Bestand des Dortmunder Museums für Kunst- und Kulturgeschichte erworben. Das im zweiten Weltkrieg, durch eine Fliegerbombe, stark beschädigte Langschiff wurde von 1953 bis 1954 wieder aufgebaut. Vor dem Wiederaufbau wurden 1950/1976/1983 bei verschiedenen Ausgrabungen Fundamente einer romanischen Apsis und eines karolingischen Rechteckbaus entdeckt.

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Eine weitere Besonderheit ist die Kanzel, sie stammt aus der Kirche in Alswede bei Lübbecke. Der Schalldeckel der Kanzel, datiert 1573, verweist auf den 68. Psalm, Vers 12. Die Kirche hatte im Mittelalter große Bedeutung als Wallfahrtsort und Ablasskirche. Im 13./14. Jahrhundert wurde die Kirche um einen Chor in gotischen Formen erweitert aber 1673 im Zuge der französischen Raubkriege durch Feuer zerstört. Dieser, im Kern aus dem 11. Jahrhundert stammende romanische Saalbau, ist der älteste Sakralbau auf dem Dortmunder Stadtgebiet. Im Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Rundbogenfernster vergrößert und neu verglast. Seit 1998 ergänzt den Raum die von der Werkstatt Claus Sebastian gefertigte rein mechanische Orgel.

St. Peter zu Syburg / Syburger Kirchstraße 14 / 44267 Dortmund

 

INFOTEIL

KAPITELL –  früher auch Kapitäl genannt, ist der obere Abschluss einer Säule

PALMETTE – ist ein Schmuckmotiv, das eine symmetrische Abstraktion eines Blattes der Fächerpalme darstellt

MEROWINGER  – waren das älteste Königsgeschlecht der Franken vom frühen 5. Jahrhundert bis 751

KAROLINGER – Herrschergeschlechts der westgermanischen Franken, das ab 751 im Frankenreich die Königswürde hatte

ROMANIK – in der Architektur und der Kunst ein Stil der frühen Hochmittelalters

GOTISCH –  bezeichnet eine Epoche der europäischen Architektur und Kunst des Mittelalters

APSIS – auch Apside (Gewölbe), ist ein im Grundriss halbkreisförmiger oder polygonaler, selten rechteckiger oder quadratischer Raumteil

ABLASSKIRCHE – ein Begriff aus der römisch-katholischen Theologie und bezeichnet einen von der Kirche geregelten Gnadenakt, durch den nach kirchlicher Lehre zeitliche Sündenstrafen erlassen werden

 

Jürgen

Jürgen

Beamter, Redakteur, Fotojournalist, Fotograf und Hörder bei Augen-Blicke Photos by J. Hüsmert
... mmhhhh über mir? Also es könnte evtl. wat längeres werden. 1957 geboren, naja Schule und sowat isja klar woll? Mit 6 vonne Elterns die erste Knipse bekommen, Plastik - im VW-Käfer hinten gelegen, am Strand - Nordsee - war sehr warm - also geschmolzen. Aber die paar Tage hatten gereicht um den Virus in meinen Kopp einzubringen. Jahre später kam ich in die Ausbildung, erstes Geld - gespart und dann nach Foto Porst - meine erste Spiegelreflex gekauft. Und ab die Post - knipseknipseknipse. War aber nicht so dolle und deshalb kam dann irgendwann eine "Yashica FR I". Die Jahre vergingen, Autos waren mir sehr wichtig, nee sind'se heute noch - nur nicht mehr soviel Hubraum - Frauen kamen und gingen, eine blieb hängen - ist immer noch da und das schon seit 1987 mit Ring. Tochter kam 1992 dazu und ich habe immer irgendwie geknipst. Bis Ende 2010, da habe ich mir die erste digitale Spiegelreflex zugelegt, eine SONY alpha 550 kurz danach ein Modellwechsel zu a77 und dann zur a99 Vollformat. Als BackUp die a6000, da die a57 nun meine Tochter nutzt. Reichlich Gläser und Kleinkram dazu. Und heute nehme ich mir viel Zeit bevor eine Aufnahme entsteht und das nennt man dann "Fotografieren", hinstellen durch den Sucher schauen und auslösen nennt man "knipsen". Dieses Hobby betreibe ich nun seit über 50 Jahren, mit kleineren und auch größeren Pausen und hin und wieder gehe ich mal angeln - so um mal etwas zu "chillen" - ein Scheißwort ist das als Umschreibung für das gute deutsche ausruhen!!!! Beruflich bin ich, nachdem ich zwei Ausbildungen als Großhandels- und EDV-Kaufmann hinter mich gebracht habe, mal verbeamtet worden. Auch so ein Krampfausdruck. Wenn alles gut geht gehe ich 09/2020 "vorzeitig" in Pension und dann rockt endlich wieder der Bär. Hoffentlich!!!!! Nebenberuf habe ich ganz vergessen; weil ich doch irgendwie mein Hobby das Fotografieren bezahlen musste habe ich einen Nebenjob angenommen und arbeite als freier Fotojournalist, u. a. für ein Dortmunder Regionalmagazin. Ich habe dabei einen Riesenspaß und bekomme den auch noch bezahlt. Wenn ich nicht schon, altersmäßig so Fortgeschritten wäre würde ich doch glatt noch umsatteln. So, nun wißt ihr ein wenig (ist doch länger geworden) über mich.

Ich komm aussem Pott, dat is da woste die Meinung mitten im Gesicht geklatscht krist.
Jürgen

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