Hörder und andere Köppe – Puppendoktor „Margret Bühnen“ – ein Selbst-Portrait

Margret Bühnen - eine geborene Hörderin, bestimmt keine Unbekannte und das nicht nur in Hörde; sie ist eine der ganz wenigen noch praktizierenden Puppendoktoren Deutschlands.

Margret Bühnen – eine geborene Hörderin, bestimmt keine Unbekannte und das nicht nur in Hörde; sie ist eine der ganz wenigen noch praktizierenden Puppendoktoren Deutschlands.

Nun, warum soll es ausgerechnet hier und heute anders sein als bei den vorangegangenen Portraits?

Fangen wir doch wieder ganz vorne an: im Januar 1940 erblickte sie im Hörder St. Josefs-Hospital das Licht der Welt im Krieg. Ihre Jugendzeit, „ich war natürlich ein Kriegskind“ betonte sie, verbrachte sie in Wellinghofen, aber die Schulzeit auf der „Entenpoth-Schule“, in Hörde. Als sie mit 14 Jahren die Schule, nach dem Abschluss, verließ hätten es die Eltern und die Klassenlehrerin gerne gesehen wenn sie den Weg zu einer weiterführenden Schule genommen hätte. Aber sie wollte mit dem Kapitel Schule abschließen und endlich Geld verdienen. So trat sie eine „Lehre als Kontoristin“ im damaligen „Seidenhaus Schmitz“ in Dortmund an.

Die Jahre vergingen, sie arbeitete mal hier und mal dort, sie war in verschiedenen Stellen tätig aber immer als Bürokraft/Kontoristin beschäftigt. Ihre letzte Anstellung hatte sie bei der Firma Freundlieb in Hörde, als Lohnbuchhalterin.

Als dann 1989 ihre Mutter verstarb wurde es sehr ruhig um sie, nach der Arbeit fühlte sie „eine große Leere“ so  Margret Bühnen. Im Jahr darauf fiel ihr, beim vorbeigehen, auf der Wellinghofer Straße 46 ein leer stehendes Ladenlokal mit abgehängten Fenstern auf. Dort war mal eine Änderungsschneiderei, erwähnte sie beiläufig. Ich hatte bereits 15 Jahre Puppen gesammelt und für mich auch repariert und da kam mir die Idee ein „Puppendoktor“ zu werden. So suchte ich den Eigentümer des Hauses um ihm, ganz mutig, meine Vorstellung einer Puppenklinik nahe zu bringen. Ich hatte nichts, keine Ersatzteile – einfach nichts, nur eine Idee, sehr viel Interesse und ganz große Lust dazu. Den Eigentümer konnte ich komischerweise überzeugen und so wurde 1990 dann meine „Puppenklinik“ eröffnet.

Magret Bühnen

Kurze Zeit später, hier kommt ihre Freundin in’s Spiel, verstarb deren Mann und ich bemerkte das sie irgendwie nicht damit zu recht kam, irgendwie hatte ich das Gefühl sie wollte schnellstens hinterher. So sagte ich zu ihr „du kommst jetzt mit mir, kannst mir helfen, dann machste mir wenigstens keinen Unsinn“  und so kam meine Freundin dazu.

Der Arbeitsplatz

Mit der langen Erfahrung in der Reparatur und Restauration von Puppen, Teddys und Plüschtieren sind meine Freundin und ich einige der Letzten, die dieses Handwerk noch ausüben. Selbstverständlich bin ich auch für alle anderen liebgewonnenen da, und behandel diese mit der gleichen Hingabe wie die „ganz alten Schätzchen“. Viel Liebe, Geschick, Erfahrung und handwerkliche Kunst braucht man um Restaurierungen durchzuführen. Dabei  achte ich besonders auf die „Seele“, die die Schätzchen haben. Jede Puppe, jeder Teddy ist anders, und besitzt eine eigene „Aura“, manchmal fehlt ein Auge, ein Bein, eine Tatze, sogar tränen fangen „Sie“ für uns auf.

Nun mache ich das schon fast 25 Jahre und sehe keine Möglichkeit damit aufzuhören weil keiner die Puppenklinik übernehmen will und das Geschäft weiterführen möchte. Natürlich, wenn andere am Wochenende in der Sonne sitzen oder spazieren gehen, arbeiten wir oft.  Aber das ist eine andere Arbeit als man sich so vorstellt, wir sind in der Lage „ein Kamel durch ein Nadelöhr zu führen“, das Fingerspitzengefühl, eine ruhige Hand, die Liebe dazu diese „Spuren der Zeit“ zu  reparieren und fast alles wieder in den Originalzustand zurückzuversetzen. Den „Schätzen“ wieder Leben einhauchen, Messen besuchen, Menschen kennenlernen und so vieles mehr.

letztes Handanlegen

Also, wer sich vorstellen könnte „Puppendoktor“ zu werden um die Puppenklinik weiter zu führen, der möge sich melden. Ich stehe weiterhin begleitend zur Seite, sei es um die ersten Kontakte auf den Puppenbörsen zu knüpfen oder bei den ersten Reparaturen zur Seite zu stehen. Man kann alles erlernen, nur ein wenig Spaß, Geduld und ganz viel Interesse sollte vorhanden sein.

www.puppendoktor-dortmund.de

puppendoktor.dortmund@gmail.com

Dienstag – Donnerstag von 10 – 12 Uhr

0231 – 43 10 85

Jürgen

Jürgen

Beamter, Redakteur, Fotojournalist, Fotograf und Hörder bei Augen-Blicke Photos by J. Hüsmert
... mmhhhh über mir? Also es könnte evtl. wat längeres werden. 1957 geboren, naja Schule und sowat isja klar woll? Mit 6 vonne Elterns die erste Knipse bekommen, Plastik - im VW-Käfer hinten gelegen, am Strand - Nordsee - war sehr warm - also geschmolzen. Aber die paar Tage hatten gereicht um den Virus in meinen Kopp einzubringen. Jahre später kam ich in die Ausbildung, erstes Geld - gespart und dann nach Foto Porst - meine erste Spiegelreflex gekauft. Und ab die Post - knipseknipseknipse. War aber nicht so dolle und deshalb kam dann irgendwann eine "Yashica FR I". Die Jahre vergingen, Autos waren mir sehr wichtig, nee sind'se heute noch - nur nicht mehr soviel Hubraum - Frauen kamen und gingen, eine blieb hängen - ist immer noch da und das schon seit 1987 mit Ring. Tochter kam 1992 dazu und ich habe immer irgendwie geknipst. Bis Ende 2010, da habe ich mir die erste digitale Spiegelreflex zugelegt, eine SONY alpha 550 kurz danach ein Modellwechsel zu a77 und dann zur a99 Vollformat. Als BackUp die a6000, da die a57 nun meine Tochter nutzt. Reichlich Gläser und Kleinkram dazu. Und heute nehme ich mir viel Zeit bevor eine Aufnahme entsteht und das nennt man dann "Fotografieren", hinstellen durch den Sucher schauen und auslösen nennt man "knipsen". Dieses Hobby betreibe ich nun seit über 50 Jahren, mit kleineren und auch größeren Pausen und hin und wieder gehe ich mal angeln - so um mal etwas zu "chillen" - ein Scheißwort ist das als Umschreibung für das gute deutsche ausruhen!!!! Beruflich bin ich, nachdem ich zwei Ausbildungen als Großhandels- und EDV-Kaufmann hinter mich gebracht habe, mal verbeamtet worden. Auch so ein Krampfausdruck. Wenn alles gut geht gehe ich 09/2020 "vorzeitig" in Pension und dann rockt endlich wieder der Bär. Hoffentlich!!!!! Nebenberuf habe ich ganz vergessen; weil ich doch irgendwie mein Hobby das Fotografieren bezahlen musste habe ich einen Nebenjob angenommen und arbeite als freier Fotojournalist, u. a. für ein Dortmunder Regionalmagazin. Ich habe dabei einen Riesenspaß und bekomme den auch noch bezahlt. Wenn ich nicht schon, altersmäßig so Fortgeschritten wäre würde ich doch glatt noch umsatteln. So, nun wißt ihr ein wenig (ist doch länger geworden) über mich.

Ich komm aussem Pott, dat is da woste die Meinung mitten im Gesicht geklatscht krist.
Jürgen

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