Hörder und andere Köppe – das Duo Feinslieb

So fand ich diesmal – wieder - mehr als einen echten Hörder Kopp, ich fand zwei.

Köppe findet man zwar an jeder Ecke, aber die Interessanten liegen nicht einfach auf der Straße. Und manchmal da sucht und sucht man und dann steht  man ihnen, bereits auch schon längere Zeit bekannt, unvermittelt gegenüber. So fand ich diesmal – wieder – mehr als einen echten Hörder Kopp, ich fand zwei Beatrice Mansfeld und Achim Farys bekannt als Duo “Feinslieb“. Nun, ich will den Gaul nicht vom Schwanz her aufzäumen und fange deshalb mal von vorne an.

Beatrice Mansfeld, geboren 1966 in Bad Langensalza in Thüringen und aufgewachsen in einem ostdeutschen Mehrgenerationenhaus, sang schon als Kind mit ihren Großeltern die Liederbücher rauf und runter. Ihr Gesang erfreute, nach eigenen Aussagen, nicht nur ihre Eltern, sondern auch Nachbarn und Straßenpassanten. Die Schulzeit verbrachte sie in Salzwedel (Sachsen Anhalt) bevor sie 1983 zum Studium an das „Institut für Lehrerbildung“ nach Rostock ging. 1987 trat sie dann ihre erste Stelle als Lehrerin für Musik und Deutsch in Magdeburg an. Ihre Liebe zur Musik – geprägt von den Liedermachern ihrer Zeit in der DDR – und später auch dem Chorgesang u.a. mit dem hier bekannten Chor „RockSie“ – gab sie natürlich auch an ihre zwei Töchter und als Musiklehrerin an ihre Schülerinnen weiter. Seelentüren öffnen möchte sie – und das am liebsten gemeinsam mit dem Mann ihres Herzens, Achim Farys, heute – morgen und bis zum letzten Atemzug.

Beatrice PSIM

Beatrice Mansfeld, 1972 – Sonntagsspaziergang mit Mutters Perücke

Achim Farys, geboren 1953 in Oppeln (Polen) kam bereits im zarten Alter von sechs Jahren mit seinen Eltern, über das Durchgangslager Friedland ins Saarland. Er studierte 1973  an der Fachhochschule Kaiserslautern/Mainz Grafik/Design und ab 1983 absolvierte er ein weiteres Studien an der „Wiebadener Freien Kunstschule“. 1985 kam das Angebot aus Dortmund ein politisches Jugendmagazin zu gestalten. Er sagte zu. Seine zweite Profession – die Musik, hat er jahrzehntelang eher im Privaten betrieben. Erst als Freundinnen und Freunde beim Zuhören genüsslich die Augen schlossen, Flügel bekamen und mehr wollten, entschloss er sich nach und nach mehr öffentlich Klavier zu spielen. Notenkenntnisse sind ihm fremd, und so entwickelt er, von Jazz, französischen Chanson und klassischer Musik beeinflusst, ausschließlich eigene Melodien und Klangfolgen. Noch lag bei ihm der Gesang brach, bis er seine Liebste, seine heutige Frau Beatrice Mansfeld, hatte singen hören.

Achim PSIM

Achim Farys, 1972 – Polit-Rock-Band „Kossofs Kinder“

Bereits seit geraumer Zeit wohnten Beide in Hörde, Achim seit 1985 und Bea seit 1991; gut, im doch so großen Hörde lief man sich dauernd über den Weg, aber begegnen tat man sich nicht wirklich. Das unvermeidbare begab sich dann im Jahr 2006, die Beiden begegneten sich „offenen Auges“. Seit dem fanden Beide auch im Gesang und dem Musizieren eine Form der Kommunikation.  Zum Heiraten brauchten sie kein Standesamt oder den kirchlichen Segen, denn nach ihrem Verständnis sind sie „weltlich verheiratet“. Auf ihren Wunsch hin vollzog der Hörder Freund und Poet Jupp Damberg die Hochzeitsrede und das Hochzeitsritual unter freiem Himmel  im Park mit vielen Gästen.

Beide sind sozial stark engagiert, z.b.als Gründungsmitglieder des „Cafe Aufbruch“.  Beatrice war eine der Initiatoren und Achim zeichnet als Grafiker für das Logo und die Außengestaltung des Cafes verantwortlich. Die Flüchtlingsunterkunft in Hörde, das Phönix-Haus, unterstützen sie ganz praktisch, aber auch sich Neonazis in diesem Zusammenhang entgegenzustellen ist für beide eine Selbstverständlichkeit. Zudem leiten sie gemeinsam ein Kunstprojekt im Haus am Lohbach, einem Wohnheim für Menschen mit Beeinträchtigungen,  Beatrice als Heilpädagogin und Achim als künstlerischer Leiter.

Wie entstand nun das „Duo Feinslieb“? Die Frage beantworteten Beide fast gleichzeitig; sie liebten es bei ihren Spaziergängen in der Natur zu singen – zwar improvisiert aber mit Leidenschaft und so kam dann der Gedanke ein wenig mehr zu machen. Sie singen bewusst in der deutschen Sprache; „nur in unserer Muttersprache können wir uns vollständig bis zur letzten Feinheit verständlich ausdrücken“, so Beide. Ihre Musik verstehen sie auch als ein Beitrag zur Entschleunigung. Hinzu kam das Bewusstsein, dass wenn zwei eine große Liebe zueinander haben, daraus etwas Neues, Schönes, Drittes erwachsen kann.

Feinslieb PSIM

Heute, als Heilpädagogin, weiß Beatrice um die heilende Wirkung des Singens und so war das „Lauschende Singen“ (entwickelt von Karl Adamek) für sie eine große Entdeckung und eine Ergänzung zu ihrem großen ostdeutschen Liederschatz. Beatrice Mansfeld (Gesang/Gitarre) und  Achim Farys (Gesang/Klavier) zeigen durch eine Auswahl lyrischer Texte von  z.b. Rainer Maria Rilke, Kurt Marti, Bert Brecht, Eva Strittmatter (DDR), Herrmann Hesse oder Gottfried Benn, wie facettenreich sich gelebte Liebe im Alltag und darüber hinaus gestalten kann. Eben poetisch-sinnenreiches zum Thema „Liebe“. Sie haben Texte und Melodien, Stimmen und Instrumente zu einem sinnlichen, berührenden und Herzerwärmenden Kunstwerk zusammengefügt. Lebendig, tiefgründig und kraftvoll wird hier die Liebe besungen – auf eine persönliche Art und doch so unerschöpflich offen.

Auf ihrer zweiten CD befindet sich, auf der Rückseite der CD-Hülle, eine Widmung die nachdenklich stimmt; „Gewidmet denen, die dem gesellschaftlichen Ruin mit Herz, Verstand und Phantasie etwas entgegensetzen – der Zukunft zugewandt“.

Jürgen

Jürgen

Beamter, Redakteur, Fotojournalist, Fotograf und Hörder bei Augen-Blicke Photos by J. Hüsmert
... mmhhhh über mir? Also es könnte evtl. wat längeres werden. 1957 geboren, naja Schule und sowat isja klar woll? Mit 6 vonne Elterns die erste Knipse bekommen, Plastik - im VW-Käfer hinten gelegen, am Strand - Nordsee - war sehr warm - also geschmolzen. Aber die paar Tage hatten gereicht um den Virus in meinen Kopp einzubringen. Jahre später kam ich in die Ausbildung, erstes Geld - gespart und dann nach Foto Porst - meine erste Spiegelreflex gekauft. Und ab die Post - knipseknipseknipse. War aber nicht so dolle und deshalb kam dann irgendwann eine "Yashica FR I". Die Jahre vergingen, Autos waren mir sehr wichtig, nee sind'se heute noch - nur nicht mehr soviel Hubraum - Frauen kamen und gingen, eine blieb hängen - ist immer noch da und das schon seit 1987 mit Ring. Tochter kam 1992 dazu und ich habe immer irgendwie geknipst. Bis Ende 2010, da habe ich mir die erste digitale Spiegelreflex zugelegt, eine SONY alpha 550 kurz danach ein Modellwechsel zu a77 und dann zur a99 Vollformat. Als BackUp die a6000, da die a57 nun meine Tochter nutzt. Reichlich Gläser und Kleinkram dazu. Und heute nehme ich mir viel Zeit bevor eine Aufnahme entsteht und das nennt man dann "Fotografieren", hinstellen durch den Sucher schauen und auslösen nennt man "knipsen". Dieses Hobby betreibe ich nun seit über 50 Jahren, mit kleineren und auch größeren Pausen und hin und wieder gehe ich mal angeln - so um mal etwas zu "chillen" - ein Scheißwort ist das als Umschreibung für das gute deutsche ausruhen!!!! Beruflich bin ich, nachdem ich zwei Ausbildungen als Großhandels- und EDV-Kaufmann hinter mich gebracht habe, mal verbeamtet worden. Auch so ein Krampfausdruck. Wenn alles gut geht gehe ich 09/2020 "vorzeitig" in Pension und dann rockt endlich wieder der Bär. Hoffentlich!!!!! Nebenberuf habe ich ganz vergessen; weil ich doch irgendwie mein Hobby das Fotografieren bezahlen musste habe ich einen Nebenjob angenommen und arbeite als freier Fotojournalist, u. a. für ein Dortmunder Regionalmagazin. Ich habe dabei einen Riesenspaß und bekomme den auch noch bezahlt. Wenn ich nicht schon, altersmäßig so Fortgeschritten wäre würde ich doch glatt noch umsatteln. So, nun wißt ihr ein wenig (ist doch länger geworden) über mich.

Ich komm aussem Pott, dat is da woste die Meinung mitten im Gesicht geklatscht krist.
Jürgen

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