Hörder und andere Köppe – „Christa und Horst Wilke“

Sie sind Wandervögel, Jazz-Freunde, Konzertbesucher z.B. das Texel Blues Festival, Inselurlauber und Stone-Fans.

 

Köppe findet man zwar an jeder Ecke, aber die Interessanten liegen nicht einfach auf der Straße. Und manchmal da sucht und sucht man und dann sitzt man ihnen, seit Jahren bekannt, unvermittelt gegenüber. So fand ich diesmal mehr als einen echten Hörder Kopp, ich fand zwei „Die Wilkes, zwei Köppe ein Tun“.

Welcher echte Hörder kennt sie nicht „Christa und Horst Wilke“ – die IG Neumarkt Leute, die Gründervatermutter, aber dazu später. Die Beiden 1941 geborenen, Horst erblickte im November als Sonntagskind in der elterlichen Wohnung das elektrische Licht der Welt und Christa geb. Büngener war bereits im Juni im Bethanien-Krankenhaus  zur Welt gekommen, hatten bereits von Geburt an etwas gemeinsam – die helfenden Hände der Hebamme Frau Schlegel. Allerdings ging es so nicht weiter, beide waren sich nicht bekannt, denn Horst wuchs in Schüren, bis zum Wiederaufbau des elterlichen Hauses in Hörde – Am Heedbrink, auf und besuchte dort ab 1948 die Grundschule. Christa wuchs als Kriegshalbwaise Auf der Kluse auf und landete in der Grundschule auf der Semerteichstraße. Ab jetzt wurde es interessanter; sie näherten sich „räumlich“ als Horst mit seiner Familie wieder nach Hörde zog und in die Entenpothschule wechselte während Christa die Marie-Reinders-Realschule (seinerzeit nur für Mädchen) besuchte. 1955 bereits wurde Christa, als erster Jahrgang der – im Krieg zerstörten – aber wieder aufgebauten Lutherkirche, konfirmiert und Horst zog 1956 nach. Bis hier alles nur „räumlich“, eventuelle unbeabsichtigte Begegnungen wurden nicht registriert. Horst trat dann eine Ausbildung zum Speditionskaufmann an (später war er Verwaltungsangestellter beim Finanzamt) und Christa wurde ab 1958 ein „Fräulein vom Amt“, mit Ausbildung in der mittleren Beamtenlaufbahn bei der Deutschen Bundespost.

Jetzt kommt der Punkt von dem aus es in Richtung „Die Wilkes“ geht. Im Jahre des Herrn 1958 hat es auf der Geburtstagsfeier einer gemeinsamen Freundin „Zoooom“ gemacht, 1000mal berührt usw. (mein Dank geht an Klaus Lage für die passende Vorlage – dieses wunderbare Lied) – von nun an gehörten jegliche Räumlichkeiten der Vergangenheit an. Es wird hier nun nicht in’s Detail gegangen, also in Kürze „1958 verliebt – 1964 verlobt – 1966 verheiratet“, Eltern zweier Töchter und Oma und Opa von drei Enkeln..

Wilke 001Vielseitig waren sie und sind sie immer noch; Christa W. wurde in das Presbyterium der evgl. Advent Kirchengemeinde berufen. Beide sind Mitglieder des „Arbeitskreis Hörde damals“, der Arbeitskreis ist hervorgegangen aus dem ehemaligen Kulturtreff „Roter Faden“ an der Wellinghofer Straße. Ein ZWAR (zwischen Arbeit und Ruhestand) Projekt für stadtteilbezogene Kulturarbeit. Sigrid Schäfer-Steffen, die Ehefrau das Kunstmalers Hans Karl Steffen, einer der dort verantwortlich Mitwirkenden, hatte die Beiden 1988 zu einer Schnupperstunde eingeladen. Und somit war das Interesse geweckt! Viele weitere Stunden folgten, denn die „schreibende Gruppe“ von damals ist zusammengeblieben. Sie gab sich den Namen „Arbeitskreis Hörde damals“ und einige neue Mitstreiter sind hinzugekommen. Das bisherige Ergebnis: eine Fotoausstellung über die ehemaligen Hörder Arbeiterkolonien und 8 interessante Bücher zur Hörder Geschichte. 2004 gründeten Beide dann die  „Interessengemeinschaft Hörder Neumarktviertel“. Auf die Frage wie es überhaupt zur Gründung der IG Hörder Neumarktviertel kam antworteten sie; „in den 80er Jahren plante man die Umgestaltung des Hörder Neumarkts mit öffentlichen Mitteln. Die bis dahin vorwiegend als Parkplatz genutzte Fläche sollte  ein Ort mit guter Aufenthaltsqualität für Kinder und Erwachsene werden. Der aus dem 2. Weltkrieg stammende Bunker unter dem Markplatz wurde verfüllt und man pflanzte neue Bäume und stellte ringsherum Bänke auf, 1988 kam es zum Abschluss der Arbeiten. In erster Linie hielten sich dann jedoch Gruppen dort auf, deren Verhalten häufig Anlass zu Beschwerden und Polizeieinsätzen gab. Auch mit der Sauberkeit auf dem Platz war es nicht grade dolle. Das über die vielen Jahrzehnte hin in sich intakte Neumarktviertel wurde in der Öffentlichkeit zunehmend negativ wahrgenommen und die ordentlichen Bürger gleich mit. Politik und Verwaltung waren gefragt. Man bildete einen Runden Tisch und auf dem Marktplatz fand eine Reihe von Bürgerversammlungen statt. Dabei wurde immer wieder von höherer Stelle darauf hingewiesen, dass eine grundlegende Änderung nur aus der Bürgerschaft selbst zu erreichen sei. Nach Jahren des Vorlaufs und reiflichen Überlegungen fassten die Wilkes dann den Entschluß die Initiative zu ergreifen. Durch die persönliche Ansprache der Nachbarn und Aushänge in den Geschäften rund um den Marktplatz taten sie ihre Absicht kund. So fanden sich gleichgesinnte Mitbürger und es kam im Januar 2004 in der Gaststätte Haus Rode zur Gründung der IG Hörder Neumarktviertel. Das Ziel: Stärkung der Nachbarschaft, Verschönerung des Wohnumfeldes, Verbesserung des Image durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit. Bis heute wurden, neben vielen nachbarschaftlichen Begegnungen die das Leben bereichern, die Übernahme von Baumscheibenpatenschaften, 10 Hörder Neumarktfeste, 4 Hörder Kunstmärkte, 3 Treffen unterm Tannenbaum, die Installierung von 5 Spielgeräten, die Verkehrsberuhigung des Platzes mit Tempo 20, die Bepflanzung der Baumscheiben mit Rosen, Aufstellung zweier zusätzlicher Bänke, gespendet von der Firma Freundlieb und der IG, künstlerische Gestaltung der Stromstation durch DEW21, z.T. mit Motiven  aus der Historie des über 100 Jahre alten Marktplatzes, Einkleidung (Powerhäkeln) – aus dem warmen Wintermantel der Schlanken Mathilde wurde das Sommerkleid – der Stahlskulptur auf dem Hörder Neumarkt, 1000 Postkarten „Hörder Neumarkt – Mein Viertel“, die nachträgliche Aufnahme in das Stadtumbaugebiet, die Eröffnung der Stadtteilagentur und des Kulturbüros „extraWurst_hörde“, der komplette Sandaustausch 2012 am Spielpunkt und nicht zu vergessen das Weihnachtszimmer im Haus Rode“ in’s Leben gerufen. Mittlerweile ist die IG Hörder Neumarktviertel in den 2014 gegründeten Verein „Wir am Hörder Neumarkt e.V.“ – kurz WaHN genannt integriert worden und „die Wilkes“ wurden zu Gründungs-Ehrenmitgliedern ernannt.

Sie sind Wandervögel, Jazz-Freunde, Konzertbesucher z.B. das Texel Blues Festival, Inselurlauber und Stone-Fans. Beim Sport gehen sie allerdings verschiedene Wege, als ehemaliger aktiver Handballer war und ist Horst regelmäßig bei den Heimspielen seines Vereins OSC Dortmund (ehemals OSV Hörde) zu finden. Auch Zeit für die Spiele des BVB und andere Sportübertragungen muss sein. Und während er seinerzeit auf seinem Rennrad unterwegs war oder bei seinem anderen Verein, der Viermärker Waldlaufgemeinschaft, für diverse Marathonläufe (z.B. New York) trainierte, verbrachte Christa, eher unsportlich, ab 1994 einen Teil ihrer Freizeit an der Uni Dortmund. Zunächst als Gasthörerin, daran anschließend als Absolventin des Weiterbildenden Seniorenstudiums.

Wohnhaft waren die beiden 44 Jahre „Auf dem Klei“ bevor sie 2010 zum „Am Heedbrink“ zogen. Sie sind, immer noch, unermüdlich wenn es um ihr Viertel geht.

Jürgen

Jürgen

Beamter, Redakteur, Fotojournalist, Fotograf und Hörder bei Augen-Blicke Photos by J. Hüsmert
... mmhhhh über mir? Also es könnte evtl. wat längeres werden. 1957 geboren, naja Schule und sowat isja klar woll? Mit 6 vonne Elterns die erste Knipse bekommen, Plastik - im VW-Käfer hinten gelegen, am Strand - Nordsee - war sehr warm - also geschmolzen. Aber die paar Tage hatten gereicht um den Virus in meinen Kopp einzubringen. Jahre später kam ich in die Ausbildung, erstes Geld - gespart und dann nach Foto Porst - meine erste Spiegelreflex gekauft. Und ab die Post - knipseknipseknipse. War aber nicht so dolle und deshalb kam dann irgendwann eine "Yashica FR I". Die Jahre vergingen, Autos waren mir sehr wichtig, nee sind'se heute noch - nur nicht mehr soviel Hubraum - Frauen kamen und gingen, eine blieb hängen - ist immer noch da und das schon seit 1987 mit Ring. Tochter kam 1992 dazu und ich habe immer irgendwie geknipst. Bis Ende 2010, da habe ich mir die erste digitale Spiegelreflex zugelegt, eine SONY alpha 550 kurz danach ein Modellwechsel zu a77 und dann zur a99 Vollformat. Als BackUp die a6000, da die a57 nun meine Tochter nutzt. Reichlich Gläser und Kleinkram dazu. Und heute nehme ich mir viel Zeit bevor eine Aufnahme entsteht und das nennt man dann "Fotografieren", hinstellen durch den Sucher schauen und auslösen nennt man "knipsen". Dieses Hobby betreibe ich nun seit über 50 Jahren, mit kleineren und auch größeren Pausen und hin und wieder gehe ich mal angeln - so um mal etwas zu "chillen" - ein Scheißwort ist das als Umschreibung für das gute deutsche ausruhen!!!! Beruflich bin ich, nachdem ich zwei Ausbildungen als Großhandels- und EDV-Kaufmann hinter mich gebracht habe, mal verbeamtet worden. Auch so ein Krampfausdruck. Wenn alles gut geht gehe ich 09/2020 "vorzeitig" in Pension und dann rockt endlich wieder der Bär. Hoffentlich!!!!! Nebenberuf habe ich ganz vergessen; weil ich doch irgendwie mein Hobby das Fotografieren bezahlen musste habe ich einen Nebenjob angenommen und arbeite als freier Fotojournalist, u. a. für ein Dortmunder Regionalmagazin. Ich habe dabei einen Riesenspaß und bekomme den auch noch bezahlt. Wenn ich nicht schon, altersmäßig so Fortgeschritten wäre würde ich doch glatt noch umsatteln. So, nun wißt ihr ein wenig (ist doch länger geworden) über mich.

Ich komm aussem Pott, dat is da woste die Meinung mitten im Gesicht geklatscht krist.
Jürgen

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